Infos des Dachverbandes 2020

Rückschlag für den Tierschutz: LPT darf Tierversuche wiederaufnehmen

Der Deutsche Tierschutzbund ist entsetzt über die mögliche Wiederaufnahme von Tierversuchen am Tierversuchslabor LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology) in Hamburg-Neugraben.

 

„Die barbarischen Bilder aus dem Labor sind nach wie vor präsent; die Schließung war ein unerlässlicher Schritt, für den Tierschützer unermüdlich gekämpft haben. Aus den LPT-Laboren beschlagnahmte Tiere wurden von Tierschutzvereinen aufgenommen und versorgt. Dass es jetzt – mit neuem Geschäftsführer, Tierschutzbeauftragten und Tierversuchsleiter – einfach weitergehen soll, ist für alle Tierschützer ein Schlag ins Gesicht“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

 

Im Januar 2020 hatten das verantwortungslose Handeln der Betreiber und die unhaltbaren Zustände im LPT Tierversuchslabor am Standort Mienenbüttel dazu geführt, dass die Behörden die Betriebserlaubnis widerriefen. Einen Monat später wurde dann dem LPT auch die Tierhaltungserlaubnis für den Standort Hamburg-Neugraben entzogen. Im März 2020 kamen die verbliebenen knapp tausend Ratten und Mäuse vom Standort Hamburg-Neugraben in den dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierheimen unter, von wo aus sie in artgerechte und liebevolle Zuhause vermittelt wurden.

 

Aufgrund einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Hamburg darf das LPT in Hamburg-Neugraben seinen Betrieb theoretisch wiederaufnehmen: Die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs, den das LPT gegen den Entzug der Betriebserlaubnis eingelegt hatte, wurde wiederhergestellt. Die Wiederaufnahme von Tierversuchen in Hamburg-Neugraben ist aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes ein Schritt in die völlig falsche Richtung. Statt weiterhin auf fragwürdige Tierversuche zu setzen, bedarf es aus Tierschutzsicht dringend eines Ausstiegs und alternativer, tierleidfreier Forschungsansätze.


Landestierschutzverband Niedersachsen begrüßt das längst überfällige Verbot von Lebendtiertransporten in Nicht-EU-Staaten

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e.V. 24.07.2020

 

Landestierschutzverband Niedersachsen begrüßt das längst überfällige Verbot von Lebendtiertransporten in Nicht-EU-Staaten

 

Die Landkreise in Aurich und Emsland sind gemeinsam mit sechs weiteren Landkreisen in Deutschland für 97% aller Lebendtiertransporte in Nicht-EU-Staaten verantwortlich, die als Tierschutz-Hochrisiko-Staaten gelten. Hierbei handelt es sich insbesondere um die Maghreb Staaten, Staaten in Zentralasien sowie um den Iran und Irak.

 

Obwohl Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein bereits die Transporte aus den gleichen Gründen im letzten Jahr ausgesetzt hatten, wurde noch im letzten Jahr durch das Tierschutzreferat von Ministerin Otte-Kinast den Landkreisen unter anderem mitgeteilt, dass sie sich nicht der Beihilfe zur Tierquälerei strafbar machen, wenn der Straftatbestand der Tierquälerei bei der Abfertigung der Transporte lediglich für möglich gehalten wird.

 

Dazu Dieter Ruhnke vom Landestierschutzverband:“ Dieses verantwortungslose Handeln des Ministeriums sorgte dafür, dass Tausende von Rindern unter grausamen Umständen transportiert und betäubungslos am Zielort getötet wurden, was hätte verhindert werden können. Dies wiegt umso schwerer, weil die Transporte auch unter der COVID-19 Situation weitergeführt und die Landkreise Aurich und Emsland Umschlagpunkt für Transporte von Tieren aus den Bundesländern wurden, die bereits ein Verbot verhängt hatten. Es ist schade, dass erst wieder die Aufklärung von Tierschutzorganisationen und deren medialen Verbreitung für ein Umdenken gesorgt hat. Umso froher sind wir, dass dieses verantwortungslose Handeln nun auch in Niedersachsen vorerst beendet wurde.“

 

Bereits seit 2015 müssen bei Tiertransporten die Vorgaben der EU-Transportverordnung bis zum Zielort eingehalten werden.

 

Ruhnke weiter: „Weil diese Entscheidung von Frau Otte-Kinast für den Tierschutz gefallen ist, gilt es jetzt, dass sie sich ohne Kompromisse bei der Bundesministerin dafür einsetzt, dass eine rechtssichere Grundlage für ein dauerhaftes Verbot von Lebendtiertransporte in die betroffenen Tierschutz-Hochrisiko-Staaten geschaffen wird“.

Öffentliche Petition zur Änderung des Niedersächsischen Hundegesetzes

Liebe Mitgliedsvereine,

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

der Landestierschutzverband Niedersachsen möchte Sie auf eine Petition hinweisen, die an den Niedersächsischen Landtag gerichtet wurde. Der Landestierschutzverband empfiehlt, die Petition mit zu zeichnen, die Mitglieder zu beteiligen und die Petition auf Ihrer Hompage sowie in Ihren "Social Medias" zu vebreiten.

 

Sie betrifft die Aufforderung an den Landtag das Niedersächsische Hundegesetz zu ändern, um zu erreichen, dass bei Personen gegen die ein rechtskräftiges Urteil oder Bußgeld, aufgrund eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, ausgesprochen wurde, eine bereits zuerkannte Sachkunde zum Halten eines Hundes widerrufen bzw. die Zulassung zum Erwerb der Sachkunde verweigert wird.

 

Nachfolgend der Link zur Mitzeichnung:

 

https://www.navo.niedersachsen.de/navo2/portal/nipetition/0/publicviewpetition?id=38&fbclid=IwAR24497dPPFq6TAeqtyt80e5HaSut832Vqi_E53vMynVTUGQZNUC6pBPDo0

 

Wortlaut der Petition:

Änderung des Nds. Hundegesetz (NHundG) bezüglich der Berücksichtigung von Verurteilungen bei der Zuerkennung der Sachkunde.

Der Niedersächsische Landtag möge beschließen, Personen im Geltungsbereich des Niedersächsischen Hundegesetzes durch eine Ergänzung von § 3 von der Zuerkennung

einer Sachkunde auszunehmen, wenn diese nach §§ 17, 18 Tierschutzgesetz wegen

einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit zu einer Freiheitsstrafe bzw. Geldstrafe rechtskräftig verurteilt oder gegen diese eine Geldbuße bestandskräftig festgesetzt worden ist. Dieser Zeitraum soll sich an den Tilgungsfristen des Bundeszentralregister (BZRG) orientieren. Bereits bestehende Sachkundenachweise sind für denselben Zeitraum zurückzunehmen und müssen neu abgelegt werden.

 

Mit den besten Grüßen

Dieter Ruhnke

 19.07.2020

 

Steht die Nutztierhaltung in Niedersachsen vor einem Systemwechsel?

Pressemitteilung

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e.V.

15.07.2020

 

Steht die Nutztierhaltung in Niedersachsen vor einem Systemwechsel? Große „Fleischrunde“ wird in Niedersachsen am 16.07.2020 zusammengerufen.

 

Der Landestierschutzverband Niedersachsen begrüßt, dass Frau Ministerin Otte-Kinast grundlegende Reformen für die Ernährungsindustrie verlangt.

 

Seitens des Verbandes wird Otte-Kinast aufgefordert, in dieser Runde auf ihre Kritik an dem „System Fleisch“ spürbare Konsequenzen folgen zu lassen.

 

„Es ist zu kurz gesprungen nur Reformen einzufordern, dahinter steht die Systemfrage, die beantwortet werden muss“ so Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Niedersachsen. Ruhnke weiter: “Es ist nun Aufgabe der Politik, die Erfordernisse der Fleischindustrie mit den Wünschen und Begierden der Bürgerinnen und Bürger in Einklang zu bringen. Die Freiheit des Einzelnen, Nahrungsmittel mit tierischen Inhaltsstoffen jederzeit und ohne Einschränkungen zu produzieren und konsumieren und dieses Recht auch für sich in Anspruch zu nehmen, hört da auf, wo durch dieses Verhalten eine Schädigung des Gemeinwohls eintritt, wie z.B. der flächendeckende Lockdown im Kreis Gütersloh gezeigt hat.“

 

Die ordnungsrechtlichen Vorgaben zur Tierhaltung und die ordnungspolitischen Maßnahmen für den Markt müssen den Tierschutz, umweltverträgliche Haltung und soziale Standards durchsetzen, damit Verstöße geahndet und entstandene Wettbewerbsverzerrungen sich nicht mehr auszahlen.

 

Der Landestierschutzverband Niedersachsen fordert die Produktion für Nahrungsmittel mit tierischen Inhaltsstoffen auf Grundlage der Nachhaltigkeit auszurichten. Hierzu ist eine Gesamtbilanz auf energetischer oder auch auf Proteinbasis zu erstellen. Die Frage dabei lautet: Wieviel Ressourcen muss ich aufwenden, um ein Nahrungsmittel zu produzieren, welchen tatsächlichen Nährwert erreiche ich für den Menschen und wie wirkt sich die Produktion auf die Umwelt und sozialen Standards aus?

 

Es gilt für die Niedersächsischen Landesminister den Vollzug von Gesetzen sicherzustellen. Dies muss nun angepackt werden. Die „just in time“ Behandlung von Tieren, die Akkordtötung von Tieren ohne Respekt und Achtung gegenüber dem Lebewesen Tier, sowie das Verramschen von Fleisch durch den Handel muss beendet werden,“ betont Ruhnke und mahnt, sich davor zu hüten, die jetzige Situation der Fleischproduktion nur unter dem Aspekt der Corona-Pandemie zu betrachten.

 

Freiwillige Vereinbarungen und Selbstkontrollen in der Fleischwirtschaft sind kläglich gescheitert. Es wird ein Ordnungsrecht benötigt, das diesen Namen auch rechtfertigt sowie einen personell gestärkten Vollzug mit umfassenden Kontrollen.


Ernüchterung - Haltung von Zuchtsauen in Kastenständen geht weiter

Pressemeldung

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e.V.

05.07.2020

 

Ernüchterung - Haltung von Zuchtsauen in Kastenständen geht weiter

 

Die Landesregierung Niedersachsen hat im Rahmen der 7. Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung zugestimmt, dass die grausame Kastenstandhaltung von Zuchtsauen weitere acht Jahre andauern wird. Als sogenannten Erfolg wurde seitens der Regierenden hervorgehoben, dass nach dieser Übergangsfrist ein Systemwechsel vom Kastenstand hin zur Gruppenhaltung der Sauen erfolgen würde.

 

Der vom Bundesrat verabschiedete “Kompromiss“ hat mit Tierschutz nichts zu tun! Entgegen der Forderungen des deutschen Ethikrates und trotz des Protestes von Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen sowie hunderttausender Bürger*Innen werden Muttersauen für weitere acht, im Abferkelbereich sogar für fünfzehn Jahre, in die tierschutz- und auch rechtswidrigen Kastenstände gezwängt.

 

Dazu Dieter Ruhnke vom Landestierschutzverband Niedersachsen: „Das ist nur eine kleine Veränderung, aber keine Verbesserung der Haltungsbedingungen von Muttersauen. Letztendlich handelt es sich um die Legitimierung jahrzehntelanger Rechtsverstöße, denen Winkeladvokatenzüge anhaftet. Einmal mehr geht es bei einem politischen Beschluss im Tierschutz nicht um die Belange der Tiere, sondern um die Wettbewerbsfähigkeit der Schweinehalter. Eine Missachtung der Judikative, wie sie deutlicher nicht sein kann“.

 

Mit der neuen Regelung wird faktisch die Umsetzungsfrist seit 1992 auf insgesamt 42 Jahre verlängert. Dies ist nicht nur mit dem Staatsziel „Tierschutz“ unvereinbar - es stellt auch die Definition der Übergangsfrist ad absurdum. Übergangsfristen sind dazu da, vormals rechtmäßige Zustände, die auf Grund einer neuen Regelung in Zukunft rechtswidrig werden würden, noch für eine angemessene Frist zu dulden, aber nicht bereits rechtswidrige Zustände durch die Hintertür zu legitimieren.

 

Der Landestierschutzverband Niedersachsen stellt jedoch fest:

 

Die höchstrichterliche Rechtsprechung, das sogenannte Magdeburger Urteil und die Entscheidung der Richter am Bundesveraltungsgericht (08.11.2016 Az. 3B11/16), wurde nicht umgesetzt.

 

die ursprünglichen Mindestvorgaben wurden nicht nur in der Hinsicht verändert, dass nun nur noch bauliche Hindernisse, nicht aber das benachbarte Schwein für das ungehinderte Ausstrecken verboten werden, sondern auch die Vorschriften, dass die Sau ungehindert aufstehen und den Kopf ausstrecken darf wurden gestrichen. Man hat insgesamt dafür gesorgt, dass die jetzt vorhandenen Kastenstände für die nächsten Jahre rechtlich unangreifbar werden.

 

Die angedachte Gruppenhaltung - mehr Platz, Liege- und Aktivitätsbereich, Rückzugsmöglichkeiten - im Deckbereich scheint ein Erfolg zu sein, aber birgt die Ernüchterung, weil die Sauen eine deutlich längere Zeit im sogenannten Wartebereich mit weniger Platz als im Deckbereich verbringen müssen. Für den Wartebereich wurden keine neuen Vorgaben wie im Deckbereich geschaffen.

 

Fazit: Es bleibt, wie es ist!

 

Ruhnke weiter: „Der Beschluss ist nicht nachvollziehbar. Ein Umbau wäre zeitlich weit früher möglich, wie in Sachsen-Anhalt seit 2015 zu beobachten ist. Hier werden in Erfüllung der Vorgaben der Gerichte die Ställe bereits umgebaut. Bereits 70 % der haben somit einen rechtskonformen Zustand hergestellt. 24 % der Betriebe haben sogar bereits auf Gruppenhaltung umgestellt“.

 

Die Kastenstandhaltung steht für die hierzulande praktizierte Schweinehaltung insgesamt. Ein Systemwechsel ist dringend erforderlich. Hier wird die noch anhängende Normenkontrollklage des Berliner Senates, der die rechtlichen Anforderungen an der Schweinhaltung für verfassungswidrig hält, vor dem Bundesverfassungsgericht für Klärung sorgen müssen.

 

 

Dieter Ruhnke

Vorsitzender

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PM Kastenstand 05.07.2020.pdf
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Kastenstand

Liebe Mitgliedsvereine,

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

es geht in eine weitere Runde und wir wollen den Druck auf die neue bevorstehende Entscheidung des Bundesrates zum Kastenstand aufrechterhalten.

Den beigefügten offenen Brief an die Bundes- und Landesregierungen und Fachpoltikern zur Beendigung der Kastenstandhaltung übersenden wir Ihnen zu Ihrer Kenntnis und mit der Bitte um Veröffentlichung auf Ihrer Homepage, zur Weiterleitung in Ihren "social Media" und zur Weiterleitung an Ihre Mitglieder.

 

Der Bundesrat wird vsl. am 29.06. oder am 03.07.2020 erneut über die Änderung der Tierschutznutztierhaltungsverordnung abstimmen. Die Bundesregierung will das höchstrichterliche Urteil des Bundesveraltungsgerichtes zur Kastenstandhaltung aushöhlen, um die tierquälerischen Haltungsbedingungen weiter zuzulassen, damit die Schweinhalter keine Änderung an der Haltungsform vornehmen müssen und weiterhin am Leid der Tiere verdienen können. Hier will insbesondere unsere Landesregierung in Niedersachsen den Vorgaben der Bundesregierung zustimmen und setzt sich damit ein weiteres mal über das Recht hinweg. Das dürfen wir nicht einfach hinnehmen.

Mit den besten Grüßen

 

Dieter Ruhnke

 

 

Kräfte bündeln - landwirtschaftlich genutzte Tiere, wir sind in der Verantwortung

ist ein Zusammenschluss nachstehender Tierschutzorganisationen:

Ärzte gegen Massentierhaltung + Aktion Kirche und Tiere e. V. + Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V. + Animals International + Animal Welfare Foundation e. V. + Animal Equality e.V. + AGA Nordhessen + Bürgerinitiative Lahstedt-Ilsede für Tier, Mensch und Umwelt + Compassion in World Farming + Future Food Österreich + Foodwatch International + Mensch Fair Tier + Bundesverband Tierschutz e. V. + Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. + Bündnis Bayrischer Tierrechtsorganisationen + Deutsche juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e. V. + Deutsches Tierschutzbüro e.V. + Deutsche Tierlobby + Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz + Förderverein des Peter-Singer-Preises für Strategien zur Tierleidminderung e. V. + Foodwatch e. V. + Landestierschutzverband Niedersachsen e. V. + Landestierschutzverband Nordrhein-Westfalen e.V. + mensch fair tier + NABU Landesverband Niedersachsen + PAN Germany + Partei Mensch Umwelt Tierschutz + PETA Deutschland e.V. + PROVIEH e. V. + Robbenzentrum Föhr + Tierrechte Nürnberg e.V. + Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e. V. + VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz

 

Präambel des Bündinis Kräfte bündeln:

Tiere sind empfindsame Lebewesen und keine Sachen oder Produktionsmittel. Sie können wie wir Schmerzen, Angst, Hunger, Durst fühlen. Sie haben daher ein Recht auf Leben in Würde und Unversehrtheit.

 

Artikel 20a GG weist die Verpflichtung, die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere durch Gesetzgebung und Rechtsprechung zu schützen, als Staatsziel aus. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst. Uns eint die grundsätzliche Überzeugung, dass Menschen verpflichtet sind, Tiere als fühlende und soziale Lebewesen anzuerkennen und ihnen ein art- und verhaltensgerechtes Dasein zu gewährleisten.

 

Entgegen seiner Verpflichtung schützt der Staat die landwirtschaftlich genutzten Tiere jedoch NICHT!

 

Vielmehr bedient er die ökonomischen Interessen der Tiernutzer. Der Staat setzt das Tierschutzgesetz nicht um, sondern konterkariert es auf dem Verordnungsweg. Damit sich dieses undemokratische und auch unethische Vorgehen endlich ändert, bündeln wir unsere Kräfte und setzen uns in öffentlichkeitswirksamen gemeinsamen Projekten und Aktionen für ein Ende der von der Mehrheit der Bevölkerung nicht gewollten Tierausbeutung ein.

 

Auf Grundlage dieser gemeinsamen Erklärung nehmen 23 der beteiligten Organisationen in einem offenenen Brief Stellung zur beabsichtigte Änderung der NutztierhaltungsVO für die Kastenstandhaltung. Diesen haben wir als Anhang beigefügt.

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OBrief zum Ausstieg aus der Kastenstandh
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Volksbegehren Artenvielfalt

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

in unserer Mitgliederversammlung am 14.03.2020 hatten wir über das Volksbegehren Artenvielfalt berichtet. Der Landestierschutzverband Niedersachsen unterstützt das Volksbegehren und auch bereits zwei unserer Mitgliedsvereine, der Tierschutzverein Edewecht und Salzgitter, zählen zu den Unterstützern.

Eine der zentralen Forderungen des Volksbegehrens wird eine Reduzierung der Tierdichte sein. Dafür ist eine Regelung einer Höchstdichte von 2 „Großvieheinheiten" pro Hektar vorgesehen. Diese Maßeinheit" steht z. B. für 2 Rinder, 1 Pferd, 320 Legehennen oder 0,1 Mastschweine.

Wir wissen um die Problematik der Massentierhaltung in Niedersachsen, die stets einher geht mit der agrarindustriellen Entwicklung - Vermaisung, Ausräumung der Landschaft, Grünlandverlust, Pestizideintrag, Gülleproblematik - all dies hängt mit derzeitigen Tierdichte zusammen und soll mit dem Volksbegehren angegangen werden!

Im Ergebnis bedeutet eine reduzierte Tierdichte weniger Leid für unsere Tiere.

 

Der Landestierschutzverband Niedersachsen geht davon aus, dass sich unsere Mitgliedsvereine der Verantwortung für unsere Umwelt und Artenvielfalt stellen und das Volksbegehren unterstützen. Dieses Volksbegehren ist auch von immenser Bedeutung für die Zukunft des Tierschutzes in Niedersachsen. Unter dem nachfolgenden Link können Sie sich als Unterstützer registrieren lassen.

 

https://www.artenvielfalt-niedersachsen.jetzt/buendnis/

 

Zusätzlich fordern wir unsere Mitgliedsvereine auf, sich an der Unterschriftensammlung zu beteiligen. Insbesondere unsere Tierheime mit Ihrem -zwar noch eingeschränkten- Besucherverkehr können hier einen großen Beitrag leisten. Dazu können Sie sich die entsprechenden Unterschriftenlisten und entsprechendes Informationsmaterial kostenlos zusenden lassen. Die dazu notwendigen Informationen sind nachfolgend aufgeführt.

 

Wir zählen auf Sie, unser Beitrag ist wichtig!

Mit den besten Grüßen

Dieter Ruhnke

Logo Volksbegehren

 

es geht los! Wir haben das Volksbegehren Artenvielfalt.Jetzt! am 29. April offiziell bei der niedersächsischen Landeswahlleiterin eingereicht; der Druck der mit ihrer Unterschrift und ihrem Dienstsiegel versehenen Unterschriftenlisten läuft. Inzwischen ist am 13. Mai das Volksbegehren im Ministerialblatt veröffentlicht worden. Etwa ab dem 5. Juni verschicken wir die Materialien. Der Gesetzentwurf mit Begründung kann hier nachgelesen werden.

 

Aufgrund der Corona-Pandemie ist das Sammeln von Unterschriften zumindest zunächst noch eingeschänkt. § 1 Abs. 5b der Corona-Verordnung der Landesregierung erlaubt für Volksbegehren zwar grundsätzlich, Veranstaltungen durchzuführen, aber dennoch sind die Möglichkeiten im öffentlichen Raum durch Abstands- und Hygieneregeln weiterhin begrenzt. Wir rufen deshalb zunächst vor allem dazu auf, im persönlichen häuslichen Umfeld der Mitglieder der Unterstützer-Organisationen und von interessierten Bürgerinnen und Bürgern, denen wir die erforderlichen Unterlagen zuschicken, Unterschriften zu sammeln. Unser Ziel ist, mit diesem ersten Schritt möglichst schnell 25.000 Unterschriften zu erreichen, die notwendig sind, um die offizielle Zulassung der Landesregierung zu erhalten. Die ausgefüllten Bögen können beim zuständigen Einwohnermeldeamt oder den lokalen Aktionsgruppen abgegeben oder an die Zentrale des Volksbegehrens zurückgeschickt werden.

 

Bestellt werden können die Unterschriftenbögen und weiteres Material kostenlos unter material@artenvielfalt-niedersachsen.jetzt Eine Liste mit den verfügbaren Materialien gibt es hier.

 

Lassen Sie uns gemeinsam für das Volksbegehren und für mehr Artenschutz in Niedersachsen werben und möglichst viele Menschen dazu bewegen, zu unterschreiben!

Wir freuen uns auf die kommenden Wochen!

 

Volksbegehren Artenvielfalt Niedersachsen

Alleestraße 36

30167 Hannover

Deutschland

 +49 [0] 511 – 91105 – 25


Neue Infos vom "Deutscher Tierschutzbund - Landestierschutzverband Niedersachsen"

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Brief_Klöckner_Pandemien_final 26.05.202
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Offener Brief - Änderung der TierSchNutz
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PM Zukunftskommission Landwirtschaft 25
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Rechtliche Vorgaben zur Haltung von Muttersauen seit 28 Jahren ignoriert

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Rechtliche Vorgaben zur Haltung von Muttersauen seit 28 Jahren ignoriert
PM Kastenstand Bundesrat 05 06 2020.pdf
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