Infos 2020

Machen Tauben krank?

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e.V.
29.12.2020
Kurzfilm „Machen Tauben krank?“
Mit der Kampagne #RespektTaube setzt sich der Deutsche Tierschutzbund für den Einsatz betreuter Taubenschläge ein. Dort erhalten die Tauben artgerechtes Futter und Nistmöglichkeiten. Die Population der verwildert lebenden Haustiere kann so durch den Austausch der Eier gegen Attrappen leicht kontrolliert werden.
Bei der Suche nach Standorten für Taubenschläge ist der häufigste Grund für eine Ablehnung, dass die Tiere angeblich tödliche Krankheiten übertragen.
„Das wundert uns nicht“, sagt Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Niedersachsen e.V. „Ratsuchende in Sachen ‚Stadttaube‘ geraten über Suchmaschinen im Internet sehr schnell auf die Seiten von Schädlingsbekämpfungsfirmen, deren Geschäft es ist, Stadttauben als Gesundheitsschädlinge zu stigmatisieren, um Aufträge zu erhalten. Hier steht ein ganz anderes Interesse dahinter.“
Niedersächsische Gerichte in Osnabrück und Oldenburg untersagten 2018 deshalb die Werbung mit solchen Falschinformationen. Das schlechte Image der Stadttauben als „Ratten der Lüfte“ ist jedoch in breiten Teilen der Bevölkerung über viele Jahrzehnte tief verwurzelt.
„Wir wollen mit unserem Kurzfilm ‚Machen Tauben krank?‘ genau an dieser Stelle in den Köpfen der Menschen ansetzen und hoffen, damit eine andere Sichtweise herbeizuführen“, so Ruhnke. Der Film zeigt, dass die Vorstellungen von Tauben als Krankheitsüberträger unzutreffend sind, aber grausame Auswirkungen für die Tiere haben: „Meldungen von Stadttauben, die vergiftet oder lebendig angezündet wurden, erreichen uns über unsere Mitgliedvereine immer wieder“, berichtet Ruhnke. „Tiere, die durch die Fütterungsverbote der Kommunen bereits geschwächt am Boden sitzen, werden auch einfach totgetreten. Bei Bauarbeiten werden sie ohne jegliche Empathie für ein Lebewesen lebendig eingemauert oder im Bauschutt entsorgt.“
Mit der einfachen Darstellung dieses Themas in 90 Sekunden sollen große Teile der Bevölkerung aller Altersgruppen erreicht werden. So soll eine neue, positive und vor allem wahre Sicht auf die Stadttauben erreicht werden, um die Konfliktsituation zwischen Menschen und Stadttauben dauerhaft zu entschärfen.


Tierschutz zu Weihnachten

Pressemeldung

 

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e.V.

 16.12.2020

 

Die weihnachtliche Dekoration hängt, der Adventskranz leuchtet schon, Kekse duften im Backofen und so langsam wird das Weihnachtsessen geplant. Einige schwören auf Kartoffelsalat mit Würsten, bei anderen soll etwas ganz Besonderes auf den Tisch. Lachs, Gans, Ente, Rind, Schwein oder Reh – bei viele Familien stehen Tiere auf dem Speiseplan.

 

Der eigene Hund bekommt ein neues Körbchen, die Katze wird mit Leckerlies verwöhnt, aber das kleine Lamm oder Kalb kommt auf den Teller – für Tierschützer immer wieder eine ganz besonders schwere Zeit.

 

„Bei den Geschenken für die Familie werden Wünsche erfüllt – der Outdoorgrill für 700 Euro, das Smartphone für 500 Euro, die goldenen Ohrringe für 300 Euro. Man gönnt sich ja sonst nichts und das Jahr war schon schwer genug“, beginnt Dieter Ruhnke, Vorstandsvorsitzender vom Landestierschutzverband und er fährt fort: „Beim Weihnachtsmenü wird sich dann wenig Gedanken gemacht, woher die Gans oder Ente kommt. Auch wie die Tiere gelebt haben, transportiert und geschlachtet wurden und welches unermessliche Leid diesen Tieren wieder fahren ist, will niemand wissen. Und günstig muss der Einkauf sein. Tier- und umweltgerecht steht häufig nicht im Blickpunkt. Erinnern wir uns daran, wo der Coronavirus seinen Ursprung hatte.”

 

Dabei lässt die vegetarische/vegane Küche keine Wünsche offen. Es gibt sehr viele Weihnachtsmenüs ohne Tierleid und mit einem leckere Geschmackserlebnis. „Wir haben ein veganes 3-Gänge-Menü vorbereitet und senden sehr gern das Rezept zu. Bestellungen einfach per Email info@tierschutzniedersachsen.de

 

Möchte man auf das tierische Essen nicht verzichten, sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Orientieren Sie sich an den Haltungsformen, die durch die Label gekennzeichnet sind.
  • Legen Sie Wert auf tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung. Das gilt auch insbesondere für den Kauf von Fisch und denken Sie auch an die Eier und die Milch.
  • Kaufen Sie kein Fleisch ohne Kennzeichnung und auch nicht von den Haltungsformen, die mit 1 oder 2 gekennzeichnet sind.
  • Kaufen Sie insbesondere Enten und Gänse nur aus Deutschland! Achten sie auf Freiland bzw. bäuerliche Freilandhaltung
  • Finger weg von Fleisch mit der Kennzeichnung „Aus Fettleber-Produktion”. Diese Tiere sind gestopft worden.
  • Kaufen Sie Fleischprodukte, bei dem unter „Geboren in/Gemästet in/Geschlachtet in …” ein und dasselbe Land angegeben ist (Beispiel: D/D/D für Deutschland).

Der Landestierschutzverband Niedersachsen e.V. ist die größte Tierschutzorganisation in Niedersachsen und vertritt die Interessen von 77 Mitgliedsvereinen in denen rund 23.000 Tierschützer*Innen organisiert sind.

Kontakt zu unserer Pressereferentin Andrea Wildhagen: andrea.wildhagen@tierschutzniedersachsen.de


Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke

Landestierschutzverband rät: „Schenken Sie tierfreundlich“

 

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit erfolgt immer wieder der Aufruf, keine Tiere zu verschenken. Muss man wirklich heutzutage noch darauf aufmerksam machen? „Leider ja“, sagt Dieter Ruhnke, 1. Vorsitzender vom Landestierschutzverband Niedersachen. „Obwohl mittlerweile viel Aufklärungsarbeit geleistet wird, werden immer noch Tiere unbedarft verschenkt.“

Gerade in der heutigen Zeit möchten Eltern ihren Kindern ein ganz besonderes Geschenk machen. Das Jahr war durch die Corona-Pandemie für viele Familien sehr schwer und die Kinder mussten auf geliebte Dinge verzichten. Der Hundewelpen, die süße Katze oder das niedliche Kaninchen unterm Weihnachtsbaum soll nun ein Ausgleich sein.

Doch die jahrelange Erfahrung zeigt: nach dem Fest kommt häufig das böse Erwachen. Die kleine Katze kratzt, der Welpen wird einfach nicht stubenrein und das Kaninchen riecht streng. Außerdem werden die Kosten für Nahrung, Versicherung, Steuern und vor allem Tierarzt unterschätzt. „Und dann sollen die Tierheime helfen – am besten sofort und ohne Kosten“, so Ruhnke. Doch oft sind die Tierheime schon überfüllt und so ergibt sich eine kritische Situation, die bei einer vernünftigen Vorbereitung nicht entstanden wäre.

Ein Tier ist ein mitfühlendes Lebenwesen und kein Pullover, kein Spielzeug oder eine sonstige Sache, das man einfach in den Schrank stellt, wenn man im Augenblick das Interesse daran verloren hat. Mit einem Tier übernimmt man die Verantwortung für ein Lebewesen – und muss auch bereit sein, diese zu tragen, solange das Tier lebt.

 

Der Landestierschutzverband rät deshalb:

Schenken Sie zunächst Sachbücher über die gewünschte Tierart und seine tiergerechte Haltung. Die eigentliche Anschaffung des Tieres organisieren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind. Welches Tier passt wirklich zur Familie? Wie groß muss die Voliere für die Kleintiere sein? Braucht die Katze einen Kratzbaum? Welches Futter ist gesund? Und was braucht der Hund für Spielzeug? All diese Fragen sollten im Vorfeld gemeinsam besprochen werden.

 

„Diese Fragestellungen spielen immer eine Rolle bei der Anschaffung eines Tieres – nicht nur zu Weihnachten. Die Tierheime bieten entsprechende Beratungsgespräche an“, erklärt Dieter Ruhnke und er betont, „Ein Tier sollte niemals einem Kind gehören, sondern immer ein Familienmitglied sein.“

13.12.2020


Gericht stoppt Rindertransport nach Marokko

20.11.2020

 

Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landestierschutzverband Nordrhein-Westfalen begrüßen den Beschluss des Verwaltungsgerichts Köln zu einem geplanten Rindertransport nach Marokko. Das Verwaltungsgericht hat in einem Eilverfahren am 18. November durch Beschluss bestätigt, dass das Veterinäramt zu Recht die Genehmigung für den am gleichen Tag geplanten Transport mit 132 trächtigen Rindern verweigerte. Die zuständigen Amtstierärzte des Rhein-Sieg-Kreises hatten den Transport aus tierschutzrechtlichen Gründen nicht genehmigt. Die beiden Transportunternehmen hatten sich deshalb mit einem Eilantrag an das Verwaltungsgericht gewandt.

 

„Der Beschluss ist ein Erfolg für den Tierschutz und das Veterinäramt des Rhein-Sieg-Kreises. Dies muss jetzt anderen Veterinärämtern als Vorlage dienen, Transporte nicht abzufertigen, wenn Tierschutz-Vorgaben ganz offensichtlich nicht eingehalten werden können“, kommentiert Frigga Wirths, Fachreferentin für Tiere in der Landwirtschaft beim Deutschen Tierschutzbund. In dem Beschluss verweist das Gericht darauf, dass nicht auszuschließen sei, dass die Kühe unmittelbar nach Ankunft im Zielland mit hinreichender Wahrscheinlichkeit einer tierschutzwidrigen Behandlung ausgesetzt wären. „Ganz zu schweigen von den Qualen, die die Tiere bereits auf den tagelangen Transporten erleiden, stehen insbesondere die Schlachtpraktiken in Drittstaaten wie Marokko im größtmöglichen Widerspruch zu den Mindeststandards der EU“, erklärt Wirths. „Die Schlachtung findet ohne Betäubung statt, die Blutgefäße am Hals werden mit mehreren sägenden Schnitten durchtrennt. Der Todeskampf der Tiere dauert bis zu 20 Minuten.“ Die Amtsveterinäre hätten richtig gehandelt, diesen Transport zu untersagen.

 

Auch Zuchtrinder landen schnell am Schlachthof

„Vermeintliche Zuchttiere enden in Drittstaaten ziemlich schnell am Schlachthof: Sie bekommen ihr Kalb, geben vielleicht ein Jahr Milch, dann werden sie geschlachtet“, sagt Wirths. Sie verweist darauf, dass die Nachfrage nach Rindfleisch in Ländern wie Marokko, aber auch in der Türkei, im Libanon, Algerien und Ägypten steige. Um den Bedarf zu decken, müssen hunderttausende Rinder aus der EU und aus Südamerika importiert werden. Währenddessen stagniert die Milchproduktion in diesen Ländern aufgrund der ungünstigen Standortbedingungen, wie der Deutsche Tierschutzbund in seiner Analyse „Eignen sich deutsche Zuchtrinder zur Milcherzeugung in Drittstaaten?“ darlegt, auf die auch das Verwaltungsgericht Köln Bezug nimmt. Dennoch erklären Milchindustrie und Zuchtverbände seit Jahren unbeirrt, Zuchtrinder-Exporte dienten dem Aufbau einer Milchproduktion in Exportländern.


Tier- und Artenschutzorganisationen kritisieren neue Zirkusverordnung

19.11.2020

 

Tierschützer fordern Verbot für alle Wildtiere in Zirkussen

 

Der am Donnerstag vorgestellte Verordnungsentwurf der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zu Wildtieren im Zirkus wird von 13 deutschen Tierschutzorganisationen als nicht ausreichend kritisiert. Grund dafür ist, dass unter anderem Tiger und Löwen in Zirkussen vorerst weiterhin erlaubt bleiben sollen, was die Organisationen strikt ablehnen. Positiv zu bewerten ist, dass nach jahrelanger Kritik der Tierschutzorganisationen künftig zumindest Elefanten, Großbären, Primaten, Giraffen, Nashörner und Flusspferde im Zirkus verboten sein werden. Allerdings fordern die Tierschützer für noch vorhandene Tiere eine zeitliche Frist für die Abgabe in geeignete Auffangstationen. In einem gemeinsamen Schreiben an die Ministerin fordern sie Nachbesserungen unter Beteiligung der Tierschutzorganisationen.

 

„Es ist völlig inakzeptabel, dass bei der Erarbeitung des Entwurfs – trotz gegenteiliger Zusage von Seiten der Ministerin – die Expertise der Tierschützer außen vorgelassen wurde. So kann es zu keiner guten Lösung kommen“, so Undine Kurth, Vizepräsidentin des Deutschen Naturschutzringes.

 

Löwen und Tiger müssen weiter leiden

Der Bundesrat, Experten, Tierärzte, Tierschützer und zuletzt auch die Agrarministerkonferenz fordern seit Jahren, Wildtiere im Zirkus zu verbieten. „Frau Klöckner will nun endlich reagieren und einige Wildtiere im Zirkus verbieten. Das ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Warum Löwen und Tiger jedoch weiterhin in Zirkussen leiden sollen, ist absolut unverständlich. Das ist mit dem Staatsziel Tierschutz nicht vereinbar“, kritisiert Katharina Lameter von Pro Wildlife. Denn egal ob Dressur, Haltung oder Transport: Zirkusse können aufgrund der systemimmanenten Probleme keine tier- und artgemäße Haltung von Wildtieren gewährleisten. Wissenschaftliche Studien belegen, dass gerade große Beutegreifer wie Löwen und insbesondere Tiger, die in der Natur riesige Gebiete durchstreifen, in Gefangenschaft jedoch häufig Anzeichen von Stress und Verhaltensstörungen zeigen.

 

Abgabefrist für in Zirkus gehaltene Tiere fehlt

Außerdem kritisieren die Tierschützer, dass sich das Verbot nur auf neu angeschaffte Tiere bezieht. Gemäß der geplanten Verordnung sollen die aktuell in deutschen Zirkussen lebenden Wildtiere bis zum natürlichen Ableben gehalten, dressiert und zur Schau gestellt werden dürfen. Die Mehrheit der EU-Staaten haben ihre Verbotsregelungen mit konkreten Übergangsfristen für ein Auslaufen der Tierhaltung versehen. Das zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium ist hier in der Pflicht und muss gemeinsam mit Tierschützern, Zoos und Auffangstationen Möglichkeiten schaffen, die verbleibenden Wildtiere baldmöglichst artgerecht unterzubringen. „Wir decken regelmäßig gravierende Tierschutz-Missstände in Zirkussen auf“, berichtet Denise Schmidt von VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz. „Daher brauchen diese Tiere dringend eine zeitnahe Lösung.“

 

Keine Sonderstellung für Zirkusse

Die Sonderstellung, die Zirkussen bei der Haltung ihrer Wildtiere bisher zugesprochen wird, lässt sich wissenschaftlich nicht vertreten. „Dressur und Auftritte der Tiere sind kein Ersatz für artgemäße Unterbringung und Sozialstrukturen. Während Zoos und Tierparks durch das sogenannte Säugetiergutachten bestimmte Mindestvorgaben erfüllen müssen, gelten für die gleichen Tiere im Zirkus nicht einmal diese“, so James Brückner vom Deutschen Tierschutzbund. Die Tierschutzorganisationen fordern daher, dass die im Säugetiergutachten festgeschrieben Haltungsbedingungen auch für Zirkusse gelten müssen und die sogenannten Zirkusleitlinien abgeschafft werden.

 

 

 

Die folgenden Organisationen fordern Julia Klöckner auf, den Verordnungsentwurf zum Verbot bestimmter Wildtierarten in Zirkussen entsprechend der geäußerten Kritikpunkte zu überarbeiten: Deutscher Naturschutzring, Deutscher Tierschutzbund, VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz, PETA Deutschland, Pro Wildlife, Bund gegen Missbrauch der Tiere, animal public, Bundesverband Tierschutz, Aktionsgruppe Tierrechte Bayern, Future for Elephants, endlich-raus.JETZT, Vogelschutz Komitee und Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht.

 


Pressemeldung bezüglich Welpenhandel

Juri starb als Opfer des Welpenhandels.

 

Copyright: Tierschutz Henstedt-Ulzburg e.V.

 

Die kleine Lulu bei der Aufnahme im Hamburger Tierschutzverein

 

Copyright: Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.

 

 

 


12.11.2020

 

Norddeutschlands Tierheime schlagen Alarm: Welpenhandel spitzt sich zu – weiterer Anstieg zu Weihnachten erwartet

 

Der Deutsche Tierschutzbund und der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. (HTV) warnen vor dem Kauf von Hundewelpen über das Internet. Denn der illegale Welpenhandel boomt und ist mit enormem Tierleid für die Hundekinder und die ausgebeuteten Elterntiere verbunden. Sorge bereitet den Tierschützern die Corona-Krise, die den Wunsch vieler Menschen nach einem Haustier offenbar noch verstärkt hat. Hinzu kommt: Gerade zu Weihnachten landen immer wieder Welpen auf dem Gabentisch.

 

„Solange Menschen Hundewelpen über das Internet kaufen, blüht der illegale Handel. Jeder, der auf diesem Weg einen Hund anschafft, befeuert das grausame Geschäft mit dem Tierleid“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Janet Bernhardt, 1. Vorsitzende des HTV, betont: „Insbesondere zu Weihnachten rechnen wir mit einem rapiden Anstieg der Welpenverkäufe. Dazu muss ich ganz klar sagen: Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke!“ Sie ergänzt: „Die Anzeigen mögen einen seriösen Eindruck machen – doch nur, weil die Händler immer skrupelloser betrügen. Also Hände weg vom Online-Kauf.“ Wer ein ernsthaftes Interesse an einem Hund hat, sollte sich stattdessen im Tierheim nach dem passenden Tier erkundigen und sich vorab beraten lassen.

 

Fälle von Welpenhandel im Norden häufen sich

 

Allein der HTV wurde seit Mai 2020 über achtzigmal mit illegalem Welpenhandel konfrontiert. Der Großteil der Fälle geht auf das Konto eines Händlerrings, der aktuell in Norddeutschland, insbesondere in Hamburg, aktiv ist. Von 63 beschlagnahmten und zunächst vom HTV aufgenommenen Welpen überlebten acht die Krankheit nicht. Alle stammten aus ausländischen Vermehrerzuchten, die meisten aus Polen. Dem HTV liegen zudem Meldungen von 32 weiteren Welpen aus dem genannten Händlerring vor, von denen 16 verstorben sind. Aufgrund der frühen Trennung von der Mutter und der fehlenden medizinischen Versorgung wie Impfungen sind die Welpen meist krank, viele leiden an der oft tödlichen Viruserkrankung Parvovirose. Das Tierheim Henstedt-Ulzburg, das Welpen übernimmt, wenn der HTV regelmäßig an seine Kapazitätsgrenzen stößt, berichtet über das Leid: „Die Welpen müssen sich permanent übergeben, haben blutigen Durchfall, sind schlapp und können vor Schwäche nicht mehr schlucken – ein grausames Sterben.“ Die Tierschützer appellieren daher an jeden Interessenten, Welpen nicht aus Mitleid zu kaufen, sondern das Veterinäramt zu informieren. Auch Tierhalter, deren Welpen nach dem Kauf erkranken, sollten diese Fälle melden.

 

Neben Hamburg und Henstedt-Ulzburg sind weitere Tierheime im Norden betroffen: So leben sieben Schäferhundwelpen aus Polen seit rund drei Monaten im Tierheim Elmshorn. Bei ihrer Beschlagnahmung waren sie voller Kot und Urin, viel zu mager und litten unter starkem Giardienbefall. Hüftdefekte werden einige der Tiere ihr Leben lang beeinträchtigen. Das Tierheim Lübeck, das sich derzeit um elf beschlagnahmte Englische und Französische Bulldoggen kümmert, berichtet davon, dass die Welpen vor Durst die Regentropfen von den Jacken der Tierschützer leckten, als sie aus ihrem Verschlag befreit wurden. Dort mussten die viel zu jungen Tiere – ohne Wasser und nur auf Zeitungspapier sitzend – ausharren.

 

Doch nicht nur im Norden, sondern deutschlandweit ist der illegale Welpenhandel weiter auf dem Vormarsch: Jedes Jahr werden in den Fällen, die dem Deutschen Tierschutzbund bekannt werden, hunderte Hundewelpen transportiert. Die Dunkelziffer liegt wesentlich höher.

 

Pressekontakte der genannten Tierheime:

Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.: Sven Fraaß (Pressesprecher), Tel.: 040-211106-34, E-Mail: fraass@hamburger-tierschutzverein.de

Tierschutz Henstedt-Ulzburg e.V.: Katja Vogel (Tierheimleitung), Tel.: 04193-91833, E-Mail: info@tierheim-henstedt-ulzburg.de

Tierschutzverein Elmshorn u.U. e.V.: Tel.: 04121-84921, E-Mail: tierheim-elmshorn@web.de

Tierschutz Lübeck u.U. e.V.: Elena Cujic (Tierheimleitung), Tel.: 0451-306911, E-Mail: welpen@tierheim-luebeck.de

Download
201112_Welpenhandel_Norddeutschlands Tie
Adobe Acrobat Dokument 105.6 KB

Kein rechtlicher Rahmen für Niedersachsens Wölfe,

Gemeinsame Pressemeldung

 

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e.V. und Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutz e.V.

 

11.11.2020

 

Kein rechtlicher Rahmen für Niedersachsens Wölfe, sondern Dauerbeschuss - Schutzstatus für die Wölfe soll durch die Hintertür aufgehoben werden

 

Seit Monaten läuft das Pilotverfahren der EU gegen Deutschland wegen der europarechtswidrigen Änderungen des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG), da legt Niedersachsen bereits nach. Die EU-Kommission hatte unmittelbar nach In-Kraft-Treten der bundesgesetzlichen Regelungen aufgrund von Beschwerden zahlreicher Verbände und besorgter Bürger Bedenken gegen die EU-Rechtskonformität der bundesgesetzlichen Regelungen geäußert und die Bundesregierung im Rahmen eines Pilotverfahrens zu einer Stellungnahme aufgefordert. Zudem waren die letzten in Niedersachsen erteilten Ausnahmegenehmigungen aufgrund von rechtlichen Bedenken gerichtlich ausgesetzt worden.

 

Aber all dies konnte die Niedersächsische Landesregierung anscheinend nicht davon abhalten am Montag die seit Monaten heftig umstrittene und EU-rechtswidrige Wolfsverordnung zu beschließen. Die Regelungen dieser Verordnung gehen zum Teil noch einmal klar über die Grenzen der bundesgesetzlichen Regelungen der §§ 45, 45a BNatSchG hinaus, indem sie die zugrunde liegenden gesetzlichen Anforderungen unzulässig verkürzen und dadurch den Anwendungsbereich dieser Regelungen noch einmal erweitern. Hieran können auch die minimalen Anpassungen im Vergleich zum vorgelegten Entwurf nichts mehr ändern. Diese wolfsverachtende Politik soll heute dann ihren Höhepunkt darin finden, dass im niedersächsischen Landtag die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht sowie die Möglichkeit einer sog. Schutzjagd diskutiert werden soll.

 

„Es war das Niedersächsische OVG, das in seinem Beschluss vom 26. Juni den zugrunde liegenden Bescheid insoweit für rechtswidrig erklärt hat, als es um die Umsetzung der neuen, erweiterten Möglichkeiten des BNatSchG ging. Und nun will Niedersachsen weiter voranpreschen und eine grundsätzlich mögliche Schutzjagd, an die nach der Rechtsprechung des EuGH höchste Anforderungen zu stellen sind, umsetzen? Hier sollte man erst einmal seine Hausaufgaben machen.“, so Christina Patt, Vorstandsmitglied bei der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht (DJGT).

 

Dazu Dieter Ruhnke vom Landestierschutzverband Niedersachsen: „Wie befürchtet nutzt die Landesregierung das Anfang des Jahres geänderte Bundesnaturschutzgesetzes als Generalvollmacht, um den Tier- und Artenschutz in Sachen „Wolf“ nach Belieben aufzuheben. Die jetzt verfolgte Absicht von CDU und SPD, die Schutzjagd gegen den Wolf zu ermöglichen, stellen einen tiefgreifenden Einschnitt in den Tier- und Artenschutzschutz dar, unterlaufen die Grundsätze rechtsstaatlicher Prinzipien und bestätigen unsere Sorge um den Tier- und Artenschutz in Niedersachsen“.

 

Bei der sog. Schutzjagd bezieht sich die Entnahme nicht auf ein bestimmtes, auffällig gewordenes Individuum. Es wird vielmehr eine Region definiert, in der es vermehrt z.B. zu Nutztierübergriffen gekommen ist. Ziel der Schutzjagd ist die Vergrämung oder Reduktion von Individuen der jeweiligen Art, um entsprechende Schäden in der betroffenen Region zu vermeiden. Ein derartiger Ansatz wird derzeit bereits in den skandinavischen Ländern oder aber auch Frankreich praktiziert. Die EU-Kommission beobachtet das Vorgehen in diesen Ländern jedoch genau, und es ist bereits zu zahlreichen Prozessen vor dem EuGH wegen Verstößen gegen die hohen Anforderungen an diesen Ansatz gekommen. Das letzte Urteil vom Oktober letzten Jahres (EuGH vom 10.10.2019, C-674/17) hatte auch in Deutschland große Beachtung gefunden.

 

„Die europäische FFH-Richtlinie hat zum Ziel, wildlebende Arten und deren Lebensräume zu schützen und zu bewahren und durch einheitliche Standards eine europaweite Vernetzung sicherzustellen, da kann ein Bundesland nicht einfach willkürlich ausscheren.“, so Patt weiter.

Dazu Ruhnke: „Wir betrachten mit Sorge, was für ein Schaden mit dieser politischen Entscheidung für den Tier- und Artenschutz in der Öffentlichkeit angerichtet wird. Fachlich umstritten, wird sie weiteren Unfrieden zwischen den beteiligten Akteuren stiften.“

In der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V. mit Sitz in Berlin setzen sich Juristen aus allen Rechtsgebieten und Berufsgruppen gemeinsam für eine Stärkung und Weiterentwicklung des Tierschutzrechts ein.
Kontakt zu unserer Pressereferentin Jeannine Boatright: j.boatright@djgt.de

Der Landestierschutzverband Niedersachsen e.V. ist die größte Tierschutzorganisation in Niedersachsen und vertritt die Interessen von 76 Mitgliedsvereinen in denen rund 23.000 Tierschützer*Innen organisiert sind.
Kontakt zu unserer Pressereferentin Andrea Wildhagen: andrea.wildhagen@tierschutzniedersachsen.de

Download
20201111_Gemeinsame PM_Niedersächsische
Adobe Acrobat Dokument 158.6 KB

Kastrationsprojekt Niedersachsen geht an den Start

Mitteilung des Deutschen Tierschutzbundes Landestierschutzverband Niedersachsen e.V.

 

Liebe Mitgliedsvereine,

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

wir nehmen Bezug auf unsere Vorabinformation vom 12.10.2020.

 

Nach mehreren Gesprächen mit dem Ministerium und den Fachpolitikern der Landtagsfraktionen in Hannover ist es zusammen mit der Landestierschutzbeauftragten gelungen, dass das Kastrationsprojekt für freilebende Hauskatzen auch in diesem Jahr wieder durchgeführt werden kann.

Das Kastrationsprojekt wird vom 02. November bis 14. Dezember 2020 durchgeführt wird.

Es können wieder aufgefundene/zugelaufene freilebende (verwilderte) Hauskatzen, die keinem Besitzer zugeordnet werden können, durch Tierschutzvereine und Privatpersonen kostenlos von einem Tierarzt kastriert und registriert werden.

Es stehen insgesamt 365.000.-€ zur Verfügung. Der Landestierschutzverband Niedersachsen und unser Dachverband haben dazu 25.000,-€ beigesteuert.

Über das Kastrationsprojekt hat der Landetierschutzverband Niedersachsen die wichtigsten Fragen und Antworten in der beigefügten Mitteilung Nr. 02/2020 aufgeführt. Hier weisen wir unter anderem auf die Registrierung der kastrierten Tiere hin, die durch den Tierarzt/ die Tierärztin zu erfolgen hat.

Das Kastrationsprojekt kann nun auch veröffentlicht werden. Dazu haben wir auch einen Flyer der Landestierschutzbeauftragten beigefügt.

Achtung:

Wir haben einen Erfassungsbogen für die Datenerhebung zur Kastrationsaktion in Niedersachsen beigefügt. Wir bitten diesen Bogen auszufüllen und an den Landestierschutzverband oder auch direkt an den Deutschen Tierschutzbund nach Abschluss der Aktion zurückzusenden. Auch wenn Sie sich nicht an dieser Aktion als Verein beteiligen, bitten wir Sie die Felder auszufüllen, die nicht direkt mit der Kastrationsaktion in Verbindung stehen.

Dies ist für unsere weitere Arbeit sehr wichtig, um auch in Zukunft weitere finanzielle Mittel bei der Landesregierung einzufordern.

Download
2020_Fragebogen_Kastrationsaktion_NI.PDF
Adobe Acrobat Dokument 178.0 KB
Download
2020_LBT_Flyer_Katzenkastration.pdf
Adobe Acrobat Dokument 329.4 KB
Download
2020Flyer Einleger KAKA 2020 Stand 28.10
Adobe Acrobat Dokument 155.4 KB


Osterfeuer im Oktober! Feiern in Corona-Zeiten steht vor Tier- und Artenschutz.

Pressemeldung

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e.V.

30.09.2020

 

Bevorstehendes Inferno für den Tier- und Artenschutz

 

Osterfeuer im Oktober! Feiern in Corona-Zeiten steht vor Tier- und Artenschutz.

 

Die Landkreise Aurich und Wittmund holen die ausgefallenen Osterfeuer nun am Samstag,
24. Oktober 2020 nach – und ignorieren den Tier- und Artenschutz.

 

Viele Tiere beginnen jetzt schon, sich ihre Winterquartiere einzurichten. Die zum Zwecke der Osterfeuer bereits im April aufgeschichteten Brennhaufen bieten dazu einen idealen Unterschlupf und Lebensraum für Igel, Feldhamster, Erdkröten, Molche, Ringelnattern und Insekten, die alle besonderen Schutz nach den naturschutzrechtlichen Regelungen genießen.

 

Seitens der Landräte wird aktuell die Verantwortung für die Durchführung der Osterfeuer auf die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden verlagert. Die Zuständigkeit des Natur-, Arten- und Tierschutzes und die Kontrolle zur Einhaltung desselben liegt nach den Rechtsvorschriften des Landes Niedersachsen ausnahmslos bei den Landkreisen. Hier stehen die Landräte in der Verpflichtung, den Rechtsvorschriften Genüge zu tun. Deren Verantwortung ist nicht teilbar!

 

Soweit eine unmittelbare Gefahr des Eintritts eines Schadens für den Natur-, Arten- und Tierschutz besteht, sind den einschlägigen Rechtsvorschriften zufolge die Verantwortlichen zur Überwachung und zur Gefahrenabwehr verpflichtet.

 

Dazu Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Niedersachsen: „Ich bin erschrocken über die Vielzahl von Kreistagsabgeordneten und Ratsmitgliedern, die sich wegducken. Ihrer nach dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz obliegenden Verpflichtung zur Kontrolle der Verwaltung, und damit zur Durchsetzung von Rechtsvorschriften, kommen sie nicht nach. Dies wird im nächsten Jahr zur Kommunalwahl zu thematisieren sein“.

 

Ein Entfachen der Osterfeuer führt zum qualvollen Tod vieler Tiere. Selbst durch ein Umsetzen/Umschichten der aufgeschichteten Brennhaufen kann nicht garantiert werden, dass sich keine Tiere mehr darin befinden oder neu ansiedeln werden.

 

„Alle Beteiligten, insbesondere die Bürgermeister, sollten sich darüber im Klaren sein, dass die aktuellen Voraussetzungen für die Durchführung der Feuer nichts mit den Brauchtumsfeuern zu Ostern zu tun haben. Es handelt sich nicht um frisch aufgehäufte Schnitthölzer, die im Frühjahr nach einem Winterschnitt anfallen und die für die Feuer extra aufgeschichtet werden, sondern um Brennhaufen, die seit mehr als einem halben Jahr aufgeschichtet sind und vielen Tieren Unterschlupf geboten haben und immer noch bieten. Die Berufung auf den Runderlass der Ministerien zum Brauchtumsfeuer vom 02.04.2020 schlägt fehl, weil die darin vorgeschriebenen Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren für Tiere nicht durchgeführt worden sind.“ so Ruhnke.

 

Die beabsichtigten Feuer werden dem ursprünglichen Zweck nicht gerecht und kann auch aus aktuellem Anlass nicht mit der Pflege eines Brauchtums gerechtfertigt werden. Gerade in Corona-Zeiten und vor dem Hintergrund der aktuell hohen Infektionszahlen sowie der damit einhergehenden Beschränkung der Besucherzahlen entfällt das Argument, hier würde es sich um ein Brauchtum handeln, da die Masse der Bürger von dieser Art der Veranstaltung ausgeschlossen ist.

 

Dieter Ruhnke

 

Vorsitzender

 

Pressemeldung: Osterfeuer im Oktober

Landkreise Aurich und Leer bringen Tiere in Gefahr.

Feiern in Corona-Zeiten steht vor Tier- und Artenschutz

Der Landkreise Aurich und Leer haben genehmigt, dass die ausgefallenen Osterfeuer im Oktober nachzuholen – und bringt damit zahlreiche Tiere in Gefahr.

Die bereits im April aufgeschichteten Schnitthölzer bieten als Reisighaufen, bereits seit Monaten, den Tieren einen idealen Unterschlupf und Lebensraum für z. B. Igel, Erdkröten, Molche, Ringelnattern und Insekten.

 

Ein Entfachen der Osterfeuer führt somit zum qualvollen Tod vieler dieser Tiere. Selbst durch ein Umsetzen/Umschichten der Reisighaufen kann nicht garantiert werden, dass sich keine Tiere mehr darin befinden oder neu ansiedeln werden.

 

Ein Osterfeuer zu Ostern erscheint aus religiöser und brauchtumsrechtlicher Sicht gerecht zu sein. Aus Sicht des Landesverbandes ist Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes kommentiert: „Für uns ist ein Osterfeuer im Oktober ein reines „Nachholen“, ohne dem ursprünglichen Zweck gerecht zu werden. Auch gerade in Corona-Zeiten erscheint ein solches Vorhaben nicht zeitgemäß. Vielmehr sehen wir hier das Bestreben, einen Brenntag einzurichten, um die angefallenen organischen Abfälle des Frühjahrs und darüber hinaus kostengünstig zu entsorgen. In der Abwägung zum Tier- und Artenschutz ist eine solche Veranstaltung nicht zu rechtfertigen. “

 

Ein so spätes "Osterfeuer" ist für den Landesverband ein klarer Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz: Danach ist es verboten, wildlebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten.

 

Der Landestierschutzverband hat dazu die Landräte und die Kreistagsabgeordneten der Kreistage angeschrieben.

30.09.2020


Rückschlag für den Tierschutz: LPT darf Tierversuche wiederaufnehmen

Der Deutsche Tierschutzbund ist entsetzt über die mögliche Wiederaufnahme von Tierversuchen am Tierversuchslabor LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology) in Hamburg-Neugraben.

 

„Die barbarischen Bilder aus dem Labor sind nach wie vor präsent; die Schließung war ein unerlässlicher Schritt, für den Tierschützer unermüdlich gekämpft haben. Aus den LPT-Laboren beschlagnahmte Tiere wurden von Tierschutzvereinen aufgenommen und versorgt. Dass es jetzt – mit neuem Geschäftsführer, Tierschutzbeauftragten und Tierversuchsleiter – einfach weitergehen soll, ist für alle Tierschützer ein Schlag ins Gesicht“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

 

Im Januar 2020 hatten das verantwortungslose Handeln der Betreiber und die unhaltbaren Zustände im LPT Tierversuchslabor am Standort Mienenbüttel dazu geführt, dass die Behörden die Betriebserlaubnis widerriefen. Einen Monat später wurde dann dem LPT auch die Tierhaltungserlaubnis für den Standort Hamburg-Neugraben entzogen. Im März 2020 kamen die verbliebenen knapp tausend Ratten und Mäuse vom Standort Hamburg-Neugraben in den dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierheimen unter, von wo aus sie in artgerechte und liebevolle Zuhause vermittelt wurden.

 

Aufgrund einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Hamburg darf das LPT in Hamburg-Neugraben seinen Betrieb theoretisch wiederaufnehmen: Die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs, den das LPT gegen den Entzug der Betriebserlaubnis eingelegt hatte, wurde wiederhergestellt. Die Wiederaufnahme von Tierversuchen in Hamburg-Neugraben ist aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes ein Schritt in die völlig falsche Richtung. Statt weiterhin auf fragwürdige Tierversuche zu setzen, bedarf es aus Tierschutzsicht dringend eines Ausstiegs und alternativer, tierleidfreier Forschungsansätze.


Landestierschutzverband Niedersachsen begrüßt das längst überfällige Verbot von Lebendtiertransporten in Nicht-EU-Staaten

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e.V. 24.07.2020

 

Landestierschutzverband Niedersachsen begrüßt das längst überfällige Verbot von Lebendtiertransporten in Nicht-EU-Staaten

 

Die Landkreise in Aurich und Emsland sind gemeinsam mit sechs weiteren Landkreisen in Deutschland für 97% aller Lebendtiertransporte in Nicht-EU-Staaten verantwortlich, die als Tierschutz-Hochrisiko-Staaten gelten. Hierbei handelt es sich insbesondere um die Maghreb Staaten, Staaten in Zentralasien sowie um den Iran und Irak.

 

Obwohl Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein bereits die Transporte aus den gleichen Gründen im letzten Jahr ausgesetzt hatten, wurde noch im letzten Jahr durch das Tierschutzreferat von Ministerin Otte-Kinast den Landkreisen unter anderem mitgeteilt, dass sie sich nicht der Beihilfe zur Tierquälerei strafbar machen, wenn der Straftatbestand der Tierquälerei bei der Abfertigung der Transporte lediglich für möglich gehalten wird.

 

Dazu Dieter Ruhnke vom Landestierschutzverband:“ Dieses verantwortungslose Handeln des Ministeriums sorgte dafür, dass Tausende von Rindern unter grausamen Umständen transportiert und betäubungslos am Zielort getötet wurden, was hätte verhindert werden können. Dies wiegt umso schwerer, weil die Transporte auch unter der COVID-19 Situation weitergeführt und die Landkreise Aurich und Emsland Umschlagpunkt für Transporte von Tieren aus den Bundesländern wurden, die bereits ein Verbot verhängt hatten. Es ist schade, dass erst wieder die Aufklärung von Tierschutzorganisationen und deren medialen Verbreitung für ein Umdenken gesorgt hat. Umso froher sind wir, dass dieses verantwortungslose Handeln nun auch in Niedersachsen vorerst beendet wurde.“

 

Bereits seit 2015 müssen bei Tiertransporten die Vorgaben der EU-Transportverordnung bis zum Zielort eingehalten werden.

 

Ruhnke weiter: „Weil diese Entscheidung von Frau Otte-Kinast für den Tierschutz gefallen ist, gilt es jetzt, dass sie sich ohne Kompromisse bei der Bundesministerin dafür einsetzt, dass eine rechtssichere Grundlage für ein dauerhaftes Verbot von Lebendtiertransporte in die betroffenen Tierschutz-Hochrisiko-Staaten geschaffen wird“.

Öffentliche Petition zur Änderung des Niedersächsischen Hundegesetzes

Liebe Mitgliedsvereine,

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

der Landestierschutzverband Niedersachsen möchte Sie auf eine Petition hinweisen, die an den Niedersächsischen Landtag gerichtet wurde. Der Landestierschutzverband empfiehlt, die Petition mit zu zeichnen, die Mitglieder zu beteiligen und die Petition auf Ihrer Hompage sowie in Ihren "Social Medias" zu vebreiten.

 

Sie betrifft die Aufforderung an den Landtag das Niedersächsische Hundegesetz zu ändern, um zu erreichen, dass bei Personen gegen die ein rechtskräftiges Urteil oder Bußgeld, aufgrund eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, ausgesprochen wurde, eine bereits zuerkannte Sachkunde zum Halten eines Hundes widerrufen bzw. die Zulassung zum Erwerb der Sachkunde verweigert wird.

 

Nachfolgend der Link zur Mitzeichnung:

 

https://www.navo.niedersachsen.de/navo2/portal/nipetition/0/publicviewpetition?id=38&fbclid=IwAR24497dPPFq6TAeqtyt80e5HaSut832Vqi_E53vMynVTUGQZNUC6pBPDo0

 

Wortlaut der Petition:

Änderung des Nds. Hundegesetz (NHundG) bezüglich der Berücksichtigung von Verurteilungen bei der Zuerkennung der Sachkunde.

Der Niedersächsische Landtag möge beschließen, Personen im Geltungsbereich des Niedersächsischen Hundegesetzes durch eine Ergänzung von § 3 von der Zuerkennung

einer Sachkunde auszunehmen, wenn diese nach §§ 17, 18 Tierschutzgesetz wegen

einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit zu einer Freiheitsstrafe bzw. Geldstrafe rechtskräftig verurteilt oder gegen diese eine Geldbuße bestandskräftig festgesetzt worden ist. Dieser Zeitraum soll sich an den Tilgungsfristen des Bundeszentralregister (BZRG) orientieren. Bereits bestehende Sachkundenachweise sind für denselben Zeitraum zurückzunehmen und müssen neu abgelegt werden.

 

Mit den besten Grüßen

Dieter Ruhnke

 19.07.2020

 

Steht die Nutztierhaltung in Niedersachsen vor einem Systemwechsel?

Pressemitteilung

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e.V.

15.07.2020

 

Steht die Nutztierhaltung in Niedersachsen vor einem Systemwechsel? Große „Fleischrunde“ wird in Niedersachsen am 16.07.2020 zusammengerufen.

 

Der Landestierschutzverband Niedersachsen begrüßt, dass Frau Ministerin Otte-Kinast grundlegende Reformen für die Ernährungsindustrie verlangt.

 

Seitens des Verbandes wird Otte-Kinast aufgefordert, in dieser Runde auf ihre Kritik an dem „System Fleisch“ spürbare Konsequenzen folgen zu lassen.

 

„Es ist zu kurz gesprungen nur Reformen einzufordern, dahinter steht die Systemfrage, die beantwortet werden muss“ so Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Niedersachsen. Ruhnke weiter: “Es ist nun Aufgabe der Politik, die Erfordernisse der Fleischindustrie mit den Wünschen und Begierden der Bürgerinnen und Bürger in Einklang zu bringen. Die Freiheit des Einzelnen, Nahrungsmittel mit tierischen Inhaltsstoffen jederzeit und ohne Einschränkungen zu produzieren und konsumieren und dieses Recht auch für sich in Anspruch zu nehmen, hört da auf, wo durch dieses Verhalten eine Schädigung des Gemeinwohls eintritt, wie z.B. der flächendeckende Lockdown im Kreis Gütersloh gezeigt hat.“

 

Die ordnungsrechtlichen Vorgaben zur Tierhaltung und die ordnungspolitischen Maßnahmen für den Markt müssen den Tierschutz, umweltverträgliche Haltung und soziale Standards durchsetzen, damit Verstöße geahndet und entstandene Wettbewerbsverzerrungen sich nicht mehr auszahlen.

 

Der Landestierschutzverband Niedersachsen fordert die Produktion für Nahrungsmittel mit tierischen Inhaltsstoffen auf Grundlage der Nachhaltigkeit auszurichten. Hierzu ist eine Gesamtbilanz auf energetischer oder auch auf Proteinbasis zu erstellen. Die Frage dabei lautet: Wieviel Ressourcen muss ich aufwenden, um ein Nahrungsmittel zu produzieren, welchen tatsächlichen Nährwert erreiche ich für den Menschen und wie wirkt sich die Produktion auf die Umwelt und sozialen Standards aus?

 

Es gilt für die Niedersächsischen Landesminister den Vollzug von Gesetzen sicherzustellen. Dies muss nun angepackt werden. Die „just in time“ Behandlung von Tieren, die Akkordtötung von Tieren ohne Respekt und Achtung gegenüber dem Lebewesen Tier, sowie das Verramschen von Fleisch durch den Handel muss beendet werden,“ betont Ruhnke und mahnt, sich davor zu hüten, die jetzige Situation der Fleischproduktion nur unter dem Aspekt der Corona-Pandemie zu betrachten.

 

Freiwillige Vereinbarungen und Selbstkontrollen in der Fleischwirtschaft sind kläglich gescheitert. Es wird ein Ordnungsrecht benötigt, das diesen Namen auch rechtfertigt sowie einen personell gestärkten Vollzug mit umfassenden Kontrollen.


Ernüchterung - Haltung von Zuchtsauen in Kastenständen geht weiter

Pressemeldung

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e.V.

05.07.2020

 

Ernüchterung - Haltung von Zuchtsauen in Kastenständen geht weiter

 

Die Landesregierung Niedersachsen hat im Rahmen der 7. Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung zugestimmt, dass die grausame Kastenstandhaltung von Zuchtsauen weitere acht Jahre andauern wird. Als sogenannten Erfolg wurde seitens der Regierenden hervorgehoben, dass nach dieser Übergangsfrist ein Systemwechsel vom Kastenstand hin zur Gruppenhaltung der Sauen erfolgen würde.

 

Der vom Bundesrat verabschiedete “Kompromiss“ hat mit Tierschutz nichts zu tun! Entgegen der Forderungen des deutschen Ethikrates und trotz des Protestes von Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen sowie hunderttausender Bürger*Innen werden Muttersauen für weitere acht, im Abferkelbereich sogar für fünfzehn Jahre, in die tierschutz- und auch rechtswidrigen Kastenstände gezwängt.

 

Dazu Dieter Ruhnke vom Landestierschutzverband Niedersachsen: „Das ist nur eine kleine Veränderung, aber keine Verbesserung der Haltungsbedingungen von Muttersauen. Letztendlich handelt es sich um die Legitimierung jahrzehntelanger Rechtsverstöße, denen Winkeladvokatenzüge anhaftet. Einmal mehr geht es bei einem politischen Beschluss im Tierschutz nicht um die Belange der Tiere, sondern um die Wettbewerbsfähigkeit der Schweinehalter. Eine Missachtung der Judikative, wie sie deutlicher nicht sein kann“.

 

Mit der neuen Regelung wird faktisch die Umsetzungsfrist seit 1992 auf insgesamt 42 Jahre verlängert. Dies ist nicht nur mit dem Staatsziel „Tierschutz“ unvereinbar - es stellt auch die Definition der Übergangsfrist ad absurdum. Übergangsfristen sind dazu da, vormals rechtmäßige Zustände, die auf Grund einer neuen Regelung in Zukunft rechtswidrig werden würden, noch für eine angemessene Frist zu dulden, aber nicht bereits rechtswidrige Zustände durch die Hintertür zu legitimieren.

 

Der Landestierschutzverband Niedersachsen stellt jedoch fest:

 

Die höchstrichterliche Rechtsprechung, das sogenannte Magdeburger Urteil und die Entscheidung der Richter am Bundesveraltungsgericht (08.11.2016 Az. 3B11/16), wurde nicht umgesetzt.

 

die ursprünglichen Mindestvorgaben wurden nicht nur in der Hinsicht verändert, dass nun nur noch bauliche Hindernisse, nicht aber das benachbarte Schwein für das ungehinderte Ausstrecken verboten werden, sondern auch die Vorschriften, dass die Sau ungehindert aufstehen und den Kopf ausstrecken darf wurden gestrichen. Man hat insgesamt dafür gesorgt, dass die jetzt vorhandenen Kastenstände für die nächsten Jahre rechtlich unangreifbar werden.

 

Die angedachte Gruppenhaltung - mehr Platz, Liege- und Aktivitätsbereich, Rückzugsmöglichkeiten - im Deckbereich scheint ein Erfolg zu sein, aber birgt die Ernüchterung, weil die Sauen eine deutlich längere Zeit im sogenannten Wartebereich mit weniger Platz als im Deckbereich verbringen müssen. Für den Wartebereich wurden keine neuen Vorgaben wie im Deckbereich geschaffen.

 

Fazit: Es bleibt, wie es ist!

 

Ruhnke weiter: „Der Beschluss ist nicht nachvollziehbar. Ein Umbau wäre zeitlich weit früher möglich, wie in Sachsen-Anhalt seit 2015 zu beobachten ist. Hier werden in Erfüllung der Vorgaben der Gerichte die Ställe bereits umgebaut. Bereits 70 % der haben somit einen rechtskonformen Zustand hergestellt. 24 % der Betriebe haben sogar bereits auf Gruppenhaltung umgestellt“.

 

Die Kastenstandhaltung steht für die hierzulande praktizierte Schweinehaltung insgesamt. Ein Systemwechsel ist dringend erforderlich. Hier wird die noch anhängende Normenkontrollklage des Berliner Senates, der die rechtlichen Anforderungen an der Schweinhaltung für verfassungswidrig hält, vor dem Bundesverfassungsgericht für Klärung sorgen müssen.

 

 

Dieter Ruhnke

Vorsitzender

Download
PM Kastenstand 05.07.2020.pdf
Adobe Acrobat Dokument 36.0 KB

Kastenstand

Liebe Mitgliedsvereine,

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

es geht in eine weitere Runde und wir wollen den Druck auf die neue bevorstehende Entscheidung des Bundesrates zum Kastenstand aufrechterhalten.

Den beigefügten offenen Brief an die Bundes- und Landesregierungen und Fachpoltikern zur Beendigung der Kastenstandhaltung übersenden wir Ihnen zu Ihrer Kenntnis und mit der Bitte um Veröffentlichung auf Ihrer Homepage, zur Weiterleitung in Ihren "social Media" und zur Weiterleitung an Ihre Mitglieder.

 

Der Bundesrat wird vsl. am 29.06. oder am 03.07.2020 erneut über die Änderung der Tierschutznutztierhaltungsverordnung abstimmen. Die Bundesregierung will das höchstrichterliche Urteil des Bundesveraltungsgerichtes zur Kastenstandhaltung aushöhlen, um die tierquälerischen Haltungsbedingungen weiter zuzulassen, damit die Schweinhalter keine Änderung an der Haltungsform vornehmen müssen und weiterhin am Leid der Tiere verdienen können. Hier will insbesondere unsere Landesregierung in Niedersachsen den Vorgaben der Bundesregierung zustimmen und setzt sich damit ein weiteres mal über das Recht hinweg. Das dürfen wir nicht einfach hinnehmen.

Mit den besten Grüßen

 

Dieter Ruhnke

 

 

Kräfte bündeln - landwirtschaftlich genutzte Tiere, wir sind in der Verantwortung

ist ein Zusammenschluss nachstehender Tierschutzorganisationen:

Ärzte gegen Massentierhaltung + Aktion Kirche und Tiere e. V. + Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V. + Animals International + Animal Welfare Foundation e. V. + Animal Equality e.V. + AGA Nordhessen + Bürgerinitiative Lahstedt-Ilsede für Tier, Mensch und Umwelt + Compassion in World Farming + Future Food Österreich + Foodwatch International + Mensch Fair Tier + Bundesverband Tierschutz e. V. + Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. + Bündnis Bayrischer Tierrechtsorganisationen + Deutsche juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e. V. + Deutsches Tierschutzbüro e.V. + Deutsche Tierlobby + Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz + Förderverein des Peter-Singer-Preises für Strategien zur Tierleidminderung e. V. + Foodwatch e. V. + Landestierschutzverband Niedersachsen e. V. + Landestierschutzverband Nordrhein-Westfalen e.V. + mensch fair tier + NABU Landesverband Niedersachsen + PAN Germany + Partei Mensch Umwelt Tierschutz + PETA Deutschland e.V. + PROVIEH e. V. + Robbenzentrum Föhr + Tierrechte Nürnberg e.V. + Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e. V. + VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz

 

Präambel des Bündinis Kräfte bündeln:

Tiere sind empfindsame Lebewesen und keine Sachen oder Produktionsmittel. Sie können wie wir Schmerzen, Angst, Hunger, Durst fühlen. Sie haben daher ein Recht auf Leben in Würde und Unversehrtheit.

 

Artikel 20a GG weist die Verpflichtung, die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere durch Gesetzgebung und Rechtsprechung zu schützen, als Staatsziel aus. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst. Uns eint die grundsätzliche Überzeugung, dass Menschen verpflichtet sind, Tiere als fühlende und soziale Lebewesen anzuerkennen und ihnen ein art- und verhaltensgerechtes Dasein zu gewährleisten.

 

Entgegen seiner Verpflichtung schützt der Staat die landwirtschaftlich genutzten Tiere jedoch NICHT!

 

Vielmehr bedient er die ökonomischen Interessen der Tiernutzer. Der Staat setzt das Tierschutzgesetz nicht um, sondern konterkariert es auf dem Verordnungsweg. Damit sich dieses undemokratische und auch unethische Vorgehen endlich ändert, bündeln wir unsere Kräfte und setzen uns in öffentlichkeitswirksamen gemeinsamen Projekten und Aktionen für ein Ende der von der Mehrheit der Bevölkerung nicht gewollten Tierausbeutung ein.

 

Auf Grundlage dieser gemeinsamen Erklärung nehmen 23 der beteiligten Organisationen in einem offenenen Brief Stellung zur beabsichtigte Änderung der NutztierhaltungsVO für die Kastenstandhaltung. Diesen haben wir als Anhang beigefügt.

Download
OBrief zum Ausstieg aus der Kastenstandh
Adobe Acrobat Dokument 570.9 KB


Volksbegehren Artenvielfalt

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

in unserer Mitgliederversammlung am 14.03.2020 hatten wir über das Volksbegehren Artenvielfalt berichtet. Der Landestierschutzverband Niedersachsen unterstützt das Volksbegehren und auch bereits zwei unserer Mitgliedsvereine, der Tierschutzverein Edewecht und Salzgitter, zählen zu den Unterstützern.

Eine der zentralen Forderungen des Volksbegehrens wird eine Reduzierung der Tierdichte sein. Dafür ist eine Regelung einer Höchstdichte von 2 „Großvieheinheiten" pro Hektar vorgesehen. Diese Maßeinheit" steht z. B. für 2 Rinder, 1 Pferd, 320 Legehennen oder 0,1 Mastschweine.

Wir wissen um die Problematik der Massentierhaltung in Niedersachsen, die stets einher geht mit der agrarindustriellen Entwicklung - Vermaisung, Ausräumung der Landschaft, Grünlandverlust, Pestizideintrag, Gülleproblematik - all dies hängt mit derzeitigen Tierdichte zusammen und soll mit dem Volksbegehren angegangen werden!

Im Ergebnis bedeutet eine reduzierte Tierdichte weniger Leid für unsere Tiere.

 

Der Landestierschutzverband Niedersachsen geht davon aus, dass sich unsere Mitgliedsvereine der Verantwortung für unsere Umwelt und Artenvielfalt stellen und das Volksbegehren unterstützen. Dieses Volksbegehren ist auch von immenser Bedeutung für die Zukunft des Tierschutzes in Niedersachsen. Unter dem nachfolgenden Link können Sie sich als Unterstützer registrieren lassen.

 

https://www.artenvielfalt-niedersachsen.jetzt/buendnis/

 

Zusätzlich fordern wir unsere Mitgliedsvereine auf, sich an der Unterschriftensammlung zu beteiligen. Insbesondere unsere Tierheime mit Ihrem -zwar noch eingeschränkten- Besucherverkehr können hier einen großen Beitrag leisten. Dazu können Sie sich die entsprechenden Unterschriftenlisten und entsprechendes Informationsmaterial kostenlos zusenden lassen. Die dazu notwendigen Informationen sind nachfolgend aufgeführt.

 

Wir zählen auf Sie, unser Beitrag ist wichtig!

Mit den besten Grüßen

Dieter Ruhnke

Logo Volksbegehren

 

es geht los! Wir haben das Volksbegehren Artenvielfalt.Jetzt! am 29. April offiziell bei der niedersächsischen Landeswahlleiterin eingereicht; der Druck der mit ihrer Unterschrift und ihrem Dienstsiegel versehenen Unterschriftenlisten läuft. Inzwischen ist am 13. Mai das Volksbegehren im Ministerialblatt veröffentlicht worden. Etwa ab dem 5. Juni verschicken wir die Materialien. Der Gesetzentwurf mit Begründung kann hier nachgelesen werden.

 

Aufgrund der Corona-Pandemie ist das Sammeln von Unterschriften zumindest zunächst noch eingeschänkt. § 1 Abs. 5b der Corona-Verordnung der Landesregierung erlaubt für Volksbegehren zwar grundsätzlich, Veranstaltungen durchzuführen, aber dennoch sind die Möglichkeiten im öffentlichen Raum durch Abstands- und Hygieneregeln weiterhin begrenzt. Wir rufen deshalb zunächst vor allem dazu auf, im persönlichen häuslichen Umfeld der Mitglieder der Unterstützer-Organisationen und von interessierten Bürgerinnen und Bürgern, denen wir die erforderlichen Unterlagen zuschicken, Unterschriften zu sammeln. Unser Ziel ist, mit diesem ersten Schritt möglichst schnell 25.000 Unterschriften zu erreichen, die notwendig sind, um die offizielle Zulassung der Landesregierung zu erhalten. Die ausgefüllten Bögen können beim zuständigen Einwohnermeldeamt oder den lokalen Aktionsgruppen abgegeben oder an die Zentrale des Volksbegehrens zurückgeschickt werden.

 

Bestellt werden können die Unterschriftenbögen und weiteres Material kostenlos unter material@artenvielfalt-niedersachsen.jetzt Eine Liste mit den verfügbaren Materialien gibt es hier.

 

Lassen Sie uns gemeinsam für das Volksbegehren und für mehr Artenschutz in Niedersachsen werben und möglichst viele Menschen dazu bewegen, zu unterschreiben!

Wir freuen uns auf die kommenden Wochen!

 

Volksbegehren Artenvielfalt Niedersachsen

Alleestraße 36

30167 Hannover

Deutschland

 +49 [0] 511 – 91105 – 25


Neue Infos vom "Deutscher Tierschutzbund - Landestierschutzverband Niedersachsen"

Download
Brief_Klöckner_Pandemien_final 26.05.202
Adobe Acrobat Dokument 232.0 KB
Download
Offener Brief - Änderung der TierSchNutz
Adobe Acrobat Dokument 488.7 KB


Download
PM Zukunftskommission Landwirtschaft 25
Adobe Acrobat Dokument 93.0 KB

Rechtliche Vorgaben zur Haltung von Muttersauen seit 28 Jahren ignoriert

Download
Rechtliche Vorgaben zur Haltung von Muttersauen seit 28 Jahren ignoriert
PM Kastenstand Bundesrat 05 06 2020.pdf
Adobe Acrobat Dokument 63.0 KB