Mitgliederversammlung 2019

Artikel in der Walsroder Zeitung vom 13.7.2019


Mitgliederversammlung 2019 des Tierschutzvereins Altkreis Fallingbostel e.V.

Nach Eröffnung, Feststellung der ordnungsgemäßen Ladung sowie Genehmigung des Protokolls der letztjährigen Mitgliederversammlung, Gedenken der verstorbenen Mitglieder und Ehrung der Mitglieder, die seit 25 Jahren Mitglied in unserem Tierschutzverein sind, folgte der Bericht der 1. Vorsitzenden, Elvira Gruenke, für das Jahr 2018, welcher an dieser Stelle noch einmal zu lesen ist:

 

Seit August 2002 lautet Artikel 20a GG folgendermaßen:

Der Staat schützt auch in Verantwortung für die zukünftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsgemäßen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.

 

Ergänzt wurde der Artikel um den Wortlaut „UND DIE TIERE“ => somit wurde der Tierschutz - neben dem Umweltschutz - zum Staatsziel erklärt - soweit der gute Gedanke seitens der Gesetzgebung.

Jedoch:

Mit diesem im Grundgesetz verankerten Staatsziel sind die Tiere weder den Menschen gleichgestellt noch ist deren Nutzung eingeschränkt oder verboten. So geht es tagtäglich darum, den Umgang mit den Tieren in ethisch verträgliche, tierschutzgerechte Bahnen zu lenken.

 

Das ist unser Ziel und unsere Aufgabe, die wir uns als Tierschutzverein und Betreiber des „Tierheim Hodenhagen“ auf die Fahne geschrieben haben - auf unterster Ebene, aber trotzdem an Wichtigkeit nicht wegzudenken

 

So haben wir im Jahr 2018 folgende Tiere bei uns aufgenommen, versorgt, an Besitzer zurückgegeben, vermittelt, betreut:

 

Fundkatzen: 214

Übereignete Katzen: 47

Im Tierheim geborene Katzen: 9

sichergestellte Katzen: 6

Katzen im Tierheim insgesamt: 276 Katzen

 

Fundhunde: 44

Übereignete Hunde: 29

sichergestellte Hunde: 8

Hunde im Tierheim insgesamt: 40 Hunde

fast alle Fundhunde sind den Besitzern für kurze Zeit abhanden gekommen und wurden wieder abgeholt; lediglich 3 Fundhunde, die in einer Kiste vor unserem Tierheim abgestellt worden sind, sind bei uns geblieben;

 

Kleintiere gefunden: 34

Davon sind etliche an die Wildtierhilfe gegangen, wie z.B. Schildkröten, Vögel, Igel,

Kleintiere übereignet (Kaninchen): 12

Kleintiere im Tierheim insgesamt: 46 Kleintiere

 

Zu unseren sonstigen, im Tierheim beheimateten Tiere möchte ich folgendes erzählen:

Ich hatte mich neulich mit einer meiner Freundinnen auf einen Kaffeeklön getroffen – sie arbeitet im Tierheim Langenhagen. Beim Plaudern stellten wir fest: „Schweinemäßig“ sind wir beiden Tierheime quitt:

dort leben Detlef und Dieter, die in unserem Zuständigkeitsbereich gefunden wurden, bei uns leben Paula und Frieda, die in deren Einzugsbereich vor Aufnahme bei uns gelebt haben

Wir beheimaten Paula und Frieda noch immer – wer also jemanden kennt oder selber Hängebauchschwein-Liebhaber ist, möge sich bitte zwecks Vermittlung der Beiden vertrauensvoll an uns wenden!

 

So haben wir über das Jahr 2018 insgesamt 364 sehr unterschiedliche Tiere bei uns aufgenommen, 13 Tiere in Pension genommen, während ihre Menschen im Urlaub oder im Krankenhaus waren, sie bei uns versorgt, gesund gepflegt und beheimatet. Fast alle konnten in ein neues Zuhause vermittelt werden.

 

Leider schaffen es nicht alle unsere Tiere, in einer ruhigen Zuhause-Umgebung ihre letzten Tage erleben zu dürfen und sterben bei uns im Tierheim. Da waren im letzten Jahr zum Beispiel:

 

=> der aus einem anderen Tierschutzverein übernommene Kater „Hörbi“

 

=> der von uns allen, aber besonders von einer langjährigen Gassigängerin, geliebten „Maddox“

 

=> die Hündin „Amazone“, die ihre Krankheit lange sehr klaglos ertragen hat

 

=> unser Kater „Guido“, der nach anfänglicher Zurückhaltung gerade angefangen hat, aufzutauen

 

Nicht zu vergessen all die gefundenen Tiere, die wir auf Grund ihrer Erkrankung und/oder Verletzungen nicht mehr bei uns beherbergen durften, sondern einschläfern mussten.

 

Durch die Einbruchserie, die uns Ende 2017 und in 2018 insgesamt dreimal heimgesucht hat, haben wir uns überlegen müssen: was tun, um das Tierheim sicherer zu machen – schon um der bei uns untergebrachten Tiere willen.

Denn „Geld“ ist bei uns nicht wirklich zu finden.

Der letzte Einbrecher hat – nachdem er ALLE Räume, Schränke, Mülleimer etc. durchwühlt hatte – eine Beute von ca. 90,00 € gemacht. Das Chaos, das er hinterlassen und der Schaden, den er angerichtet hat, schlug mehr zu Buche als die Beute!!

 

So haben wir, nach Beratung mit der entsprechenden Stelle der Polizei, in die Sicherheitsanlage unseres Tierheims investiert.

 

Um weitere Kosten zu sparen, haben wir eine Kleinkläranlage auf unserem Grundstück errichten lassen. So sparen wir zukünftig jährlich ca. 4.000,00 € an Kosten für die Gülle-Abfuhr, so dass sich die Anlage in ca. 3-4 Jahren rechnen wird.

Einen kleineren Umbau haben wir im Tierheim bereits vorgenommen:

 

Unsere ehemalige Futterkammer haben wir – Dank der idealen Planung von Helen – in eine Tierküche inklusive Futterkammer und eine „Menschenküche“ umbauen können, die auch gleichzeitig unseren Mitarbeiter, die über die Mittagspause im Tierheim bleiben, als Sozialraum dient. Hier kann auch der Kaffee für Besucher und Gassigänger gekocht werden.

Unser Ausblick:

Unser Tierheim wird im nächsten Jahr, also 2020, 20 Jahre alt. In weiten Teilen entspricht das Hundehaus nicht mehr dem Unterbringungsstandard des DTB, so dass hier eine große Investition getätigt werden muss.

 

Auch unsere Heizungsanlage ist so alt wie das Tierheim selber, so dass auch hier Neuerung not tun. Noch bekommt unsere Heizungsfirma Krieg sie dankenswerter-weise immer wieder zum Laufen, aber…wer weiß, wie lange noch.

 

Sie sehen, meine Damen und Herren: Ihre Spenden und Beiträge werden in den nächsten Jahren nicht nur gebraucht, sondern werden von uns auch gut angelegt werden, um unseren Tieren ein gutes Zuhause bieten zu können.

 

Vielleicht bekommen wir dann auch die ersehnte Tierheimplakette des Deutschen Tierschutzbundes für die Umsetzung des Qualitätsstandards verliehen – wir arbeiten daran!

 

Vom Tier nun zum Menschen, ohne die die Arbeit im Tierschutz gar nicht umsetzbar wäre:

 

Zunächst möchte ich - wie jedes Jahr - unseren Mitarbeitern meinen Respekt erweisen:

 

Sie kümmern sich jeden Tag aufs Neue um die uns auf Zeit anvertrauten Tiere. Für einen Stundenlohn zwischen Mindestlohn, der derzeit 9,19 € brutto ausmacht, und wenig darüber, lassen sie sich kratzen, beißen, anpöbeln, putzen wie die Weltmeister, um dem Hygienestandard gerecht zu werden und der Ausbreitung eventueller Krankheiten unter den Tieren entgegen zu wirken, Arbeiten geduldig mit schwierigen Hunden, Katzen, ach, mit all unseren Tieren im Tierheim… die Liste ihrer täglichen Arbeiten, die sie mit und für unsere Tiere leisten, ist lang und länger.

 

Ich danke euch für euren unermüdlichen Einsatz und vor allem für euren nie zu Ende gehenden Enthusiasmus, für die uns anvertrauten Tiere da zu sein.

 

Arbeit im Tierschutz, meine Damen und Herren, ist hochemotional. Man erlebt manch schlimme Geschichte, die jeden von uns lange gefangen nimmt, vor der man völlig fassungslos steht und die Welt nicht mehr versteht. Oft wendet sich durch die unermüdliche Arbeit unserer Mitarbeiter mit und an dem Tier alles zum Guten – zumindest für das Tier.

 

Bei uns – den Mitarbeitern, Vorstandsmitgliedern, Gassigängern und allen anderen Unterstützern – jedoch bleiben oft ungute Gefühle übrig, die sich im Laufe der vielen Jahre, die viele von uns schon dabei sind, auftürmen.

Daher ist es um so wichtiger, dass wir immer und jederzeit im persönlichen Gespräch miteinander bleiben, aussprechen, was nicht läuft, und – was vor allem wichtig ist – akzeptieren, dass jeder von uns ein anderer Mensch mit anderen Gedanken und Ansprüchen ist.

So sollten die Ansprüche und Gedanken der anderen respektiert werden, da auch sie eine Berechtigung haben, da zu sein. Es gilt immer wieder, uns alle miteinander unter einen Hut zu bringen. Das kann jedoch nur dann funktionieren, wenn wir uns weiterhin gegenseitig Respekt und Vertrauen schenken.

Mir liegt am Herzen, uns allen, die wir hier gemeinsam sitzen, in Erinnerung zu rufen, wofür wir diesen unermüdlichen Einsatz gemeinsam leisten: 

Nicht für uns und unsere eigenen Befindlichkeiten, sondern für alle nicht mehr gewollten, gefundenen, verletzten, ausgebeuteten Tiere, die bei uns Heimat finden.

 

So möchte ich mich für das vergangene Jahr bedanken bei

 

allen Gassigängern, die – egal, welches Wetter unter den Menschen oder am Himmel herrscht – unermüdlich unsere Hunde ausführen und das zum großen Teil schon seit vielen Jahren

 

Allen Katzenbeschäftigern, die sich um unsere niedlichen, aber auch und vor allem um unsere scheueren Vertreter dieser Leisetreter kümmern

 

Thea vom miezhaus, die wir gefunden haben und die sich so liebevoll und mit viel Spaß und Freude um unsere Homepage, um unsere Facebook-Seite und die Öffentlichkeitsarbeit kümmert,

 

Wolfgang, der seit vielen Jahren und unermüdlich unsere Ideen handwerklich umsetzt, der „Reparateur“ in Notfällen und zur Stelle ist, wenn irgendwo mal wieder irgendwas im Tierheim nicht funktioniert

 

Allen unseren Ehrenamtlichen, die uns bei unseren Festivitäten helfen und unterstützen, sich auf Märkte stellen und das Tierheim im Gespräch halten

 

Allen, die uns unermüdlich Geldbeträge, Futter, ihre Arbeitskraft und ihre Zeit zur Verfügung stellen, damit das Unternehmen „Tierheim“ weiterlaufen kann

 

Bei den Gemeindevertretern „unserer“ zur Zeit noch 7, bald nur noch 6 Gemeinden, für die konstruktiven Gespräche über eine andere Abrechnungsmodalität der Fundtiererstattung und die Unterstützung von dort für das Unternehmen „Tierheim“

 

Bei meinen Vorstandskolleginnen und –kollegen für die vielen Stunden, Gedanken und Arbeit, die wir alle für das Unternehmen „Tierheim“ investieren.

 

Und zu guter Letzt danke ich allen, die sich bei uns in einen Vierbeiner verlieben und ihm ein „Für-Immer-Zuhause“ geben

 

Mein Fazit des vergangenen Jahres lautet:

Wir haben wieder vieles gemeinsam auf den Weg bringen können, um unser Ziel „Schutz unserer Tiere“ auf der alleruntersten Ebene umzusetzen und – egal in welcher Konstellation – dieses Ziel in Verantwortung für den Tierschutz unermüdlich weiter verfolgen werden.

 

!!Vielen Dank an alle für Alles!!

 

 

Nach dem nun folgenden Bericht der Schatzmeisterin, die die finanzielle Situation des Tierschutzvereins für das Jahr 2018 in einprägsamer Weise dargestellt hat, folgte der Bericht der Kassenprüfer. Der Jahresabschluss 2018 wurde von der Mitgliederversammlung genehmigt und dem Vorstand die Entlastung erteilt. Nach reger Diskussion und einigen vorgeschlagenen Änderungen wurde die in die Versammlung eingebrachte Satzungsneufassung des Tierschutzverseins von der Mitgliederversammlung verabschiedet.

 

Da sich infolge familiärer und auch persönlicher Umstände 3 Vorstandsmitglieder entschieden haben, aus dem Vorstand auszuscheiden, fanden unter der bewährten Federführung des Wahlleiters Herrn Galler für die restliche Wahlperiode in geheimer Abstimmung Nachwahlen für die freien Vorstandsposten statt, so dass sich der Vorstand nunmehr aus folgenden Personen zusammensetzt:

 

Elvira Gruenke, 1. Vorsitzende

Stephanie Kiene, 2. Vorsitzende

Ute Büsing, Schatzmeisterin

Ulrich Voß, Schriftführer

Katja Grünhardt, Beisitzerin

Boris Krug, Beisitzer

Birgitt Lorenz, Beisitzerin

Helen Schröter, Beisitzerin

Tina Oestreich, Verwaltungsrätin

Melanie Oestreich, Verwaltungsrätin

Ines Töllner, Verwaltungsrätin

 

Die 1. Vorsitzende dankte allen Mitgliedern und Gästen, die an der Mitgliederversammlung teilgenommen hatten, für ihr zahlreiches Erscheinen und schloss die Versammlung.


Als wäre es gestern gewesen….Wieder ist ein Jahr vergangen, seit wir Ihnen aus dem Tierheimleben berichten konnten. Das möchten wir auch in diesem Jahr tun. Dazu laden wir Sie am

 

                                    Donnerstag, 11.07.2019, ab 19:00 Uhr

 

                        in den „Dorfkrug Bockhorn“, Bockhorn 9, 29664 Walsrode,

 

ganz herzlich ein.

Die für die Mitgliederversammlung wichtigen Unterlagen finden Sie anbei.

 

Der Vorstand des „Tierschutzverein Altkreis Fallingbostel e.V.“

 

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Einladung zur Mitgliederversammlung 2019
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Satzung Tierschutzverein Altkreis Fallin
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Protokoll MV TSchV 21.06.2018.pdf
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