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Walsroder Zeitung vom 06. Februar 2008
Tierschutzverein fordert: Freilaufende Katzen kastrieren lassen / Steigende Zahlen im Tierheim
Während die Zahl der im Tierheim betreuten Hunde seit Jahren konstant bleibt, bereitet den Tierschützern eine andere Entwicklung große Sorgen: Jedes Jahr landen mehr Katzen in der Obhut des Tierschutzvereins. Im Jahr 2007 wurden 500 Samtpfoten in den Katzenstuben des Tierheims betreut, darunter allein 250 Tiere, die erst wenige Monate alt waren. Tierheimleiterin Maren Möhring kennt den Grund: Die Population der freilaufenden Katzen steigt. Sie appelliert an alle Halter: Wer Tiere füttert, sollte sie auch kastrieren lassen - zum Wohl der eigenen Katze.
Hodenhagen (jn). Noch sind die Katzenstuben im Hodenhagener Tierheim vergleichsweise leer: Nur 40 schnurrende Bewohner sind zurzeit zu zählen. Aber das wird sich bald ändern, die Tierschützer bereiten sich schon auf den Ansturm durch den Frühjahrsnachwuchs vor. Die meisten dieser Kätzchen werden von streunenden Tieren zur Welt gebracht - und von den fütternden Zweibeinern dann im Tierheim abgegeben.
Mindestens 250.000 freilebende Katzen gibt es in Deutschland. Aber nur die wenigsten unter ihnen sind kastriert und vermehren sich daher unkontrolliert weiter. "So kann ein Katzenpaar nach zehn Jahren rein statistisch gesehen bis zu 80 Millionen Nachkommen haben", rechnet Maren Möhring vor. Die Hodenhagener Tierheimleiterin appelliert daher an das Gewissen aller Katzenfreunde: "Wer freilaufende Tiere füttert, meint es zwar gut, produziert letztlich aber Katzenelend." Denn gut versorgte Tiere vermehrten sich erst recht. Sie fordert: Freilaufende Katzen sollten kastriert werden. Zuständig dafür sei laut Tierschutzgesetz der Halter: Wer Katzen regelmäßig füttert, wird automatisch zum Halter. "Und der wiederum ist verpflichtet, unkontrollierte Fortpflanzung zu verhindern." In Österreich gibt es sogar eine Kastrationspflicht bei Katzen mit Freilauf.
Die Kastration senkt zugleich die Sterblichkeitsrate der Katzen: Sie leiden seltener an Infektionskrankheiten (Katzen-Aids, Leukose), können bis zu 20 Jahre alt werden. "Und sie fangen noch genau so viele Mäuse wie vorher", betont Maren Möhring. Das Durchschnittsalter des unkastrierten, freilaufenden Katers hingegen liegt bei gerade einmal drei Jahren.
Wer Streuner regelmäßig füttert und sie nun kastrieren lassen möchte, sie aber nicht selbst einfangen kann, erhält beim Tierschutzverein Hilfe. Dort können transportable Lebendfallen entliehen werden, die Mitarbeiter helfen beim Einfangen der Tiere.
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